Aus altem Brot wird Bier. Knärzje ist das erste Zero-Waste-Bier aus Deutschland und mit großer Wahrscheinlichkeit auch bei euch in der Nähe erhältlich.

Käme Knärzje nicht aus Frankfurt am Main, es würde vielleicht Knust, Kanten, Rand, Knorze oder Küppel heißen. Der Name des Biers beschreibt das Endstück eines Brotlaibs, das in Deutschland zahlreiche Bezeichnungen hat. In Hessen ist das zum Beispiel Knärzje. Die Anspielung ist bewusst gewählt, denn in jeder Flasche Bier steckt durchschnittlich eine Scheibe Biobrot, das sonst möglicherweise in der Mülltonne gelandet wäre.

Das erste Zero-Waste-Brotbier Deutschlands. (Foto: Knärzje GmbH)
Das erste Zero-Waste-Brotbier Deutschlands. (Foto: Knärzje GmbH)

Knärzje: Das ist das Bio-Brotbier aus Deutschland

Rund 1,7 Millionen Tonnen von 4,5 Millionen Tonnen teils in Handarbeit produzierten Backwaren werfen die Deutschen Jahr für Jahr weg – darunter Brötchen, Kuchen und Brot. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, vor allem „altes“ und noch zum Verzehr geeigntes Brot sinnvoll zu verarbeiten. Wir können Reste in Semmelbrösel, süße Brotaufläufe, Brotsalat oder Semmelknödel verwandeln. Profis machen aus Brot unter anderem Schnaps oder wie Knärzje Brotbier.

Bier trinken für eine bessere Welt. (Foto: Knärzje GmbH)
Bier trinken für eine bessere Welt. (Foto: Knärzje GmbH)

Bei diesem handelt es sich natürlich erst einmal um ein Bier, das aus Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hefe besteht. Rund ein Viertel des Braumalzes wird durch überschüssiges oder rückläufiges Brot der Bäckerei Biokaiser ersetzt. Das Ergebnis ist ein Bier mit einem eigenen, individuellen und sicher nicht ganz typischen Geschmack.

Zweite Chance für altes Brot

Altes Brot wieder zurück in den Kreislauf bringen – das ist bei der täglich weggeworfenen Menge eine echte Herausforderung. Knärzje ist sicherlich „nur“ ein kleiner Beitrag, um die Lebensmittelverschwendung zu senken, doch es ist auch ein sympathischer. Denn es entsteht ein hochwertiges Genussmittel mit einem Zero-Waste-Ansatz.

Es ist auch Bio-zertifiziert. (Foto: Knärzje GmbH)
Es ist auch Bio-zertifiziert. (Foto: Knärzje GmbH)

Aus der fixen Idee im Jahr 2018, ein Brotbier in Deutschland brauen zu wollen, ist längst ein Start-Up geworden, das das Getränk erfolgreich verkauft. Hilfe holten sich die Gründer Daniel Anthes und Ralf Wagner zu Beginn bei den kleinen Brauereien BrauStil und Brewids, mittlerweile wird Knärzje von der Bio-Brauerei Bergmann hergestellt und abgefüllt. Knärzje ist also Bio-zertifiziert. Und seit 2021 ist das Bier in sämtlichen Alnatura-Supermärkten in Deutschland erhältlich – also in fast jeder Großstadt. Alternativ gibt’s einen Onlineshop, in dem ihr beide Sorten bequem bestellen könnt. Knärzje ist nämlich auch alkoholfrei erhältlich.

Brot als Rohstoff

Es ist sicherlich tragisch, dass hierzulande auch viele Bäckereien bis zu 25 Prozent ihrer täglich hergestellten Backwaren entsorgen müssen. Klar, häufig wird sogenanntes Altbrot in frischen Broten verbacken (6 bis 20 Prozent), was nicht nur Abfall vermeidet, sondern letztlich auch die Qualität der Brote verbessert.

Das klassische Pils gibt's auch als alkoholfreie Variante. (Knärzje GmbH)
Das klassische Pils gibt’s auch als alkoholfreie Variante. (Knärzje GmbH)

Aber: Solche Maßnahmen sind nicht ausreichend, um Lebensmittelverschwendung bei Brot weitgehend zu verhindern. Doch gerade Ansätze wie Knärzje zeigen, dass es weitere Wege gibt, altes Brot weiterzuverarbeiten und uns – tja –Freude zu bereiten. Prost!

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