Aus dem Meer gefischter Kunststoff wird zu neuen Produkten – das ist gerade voll im Trend. Spielzeughersteller Mattel nutzt solch recyceltes Plastik, um seine berühmte Barbie-Puppe grüner und nachhaltiger zu machen.

Nennt es Greenwashing, ich nenne es eine gute Idee. Wenn einer der größten Spielwarenproduzenten der Welt ernsthaft bemüht ist, künftig die Umwelt zu schonen und als Konzern nachhaltig(er) zu agieren, ist das ein löblicher Ansatz. Mattel möchte ähnlich wie LEGO bis 2030 komplett auf recycelte, recycelbare und biobasierte Kunststoffe umstellen, was für einen solchen Hersteller eine komplexe Umstrukturierung von Prozessen und eine generelle Neuausrichtung beim Umgang mit Ressourcen bedeuten dürfte. Einen prominenten Anfang macht eine 62 Jahre alte Puppe, die in der Vergangenheit in vielerlei Hinsicht in der Kritik stand. Stichwort Frauenbild.

Die neue Barbie: Grün statt Pink

Unter der Bezeichnung „Barbie Loves the Ocean“ kam jetzt die erste Puppenkollektion aus recyceltem Plastik in den Handel. Genauer handelt es sich um Ocean-Bound-Plastik, das Mattel zufolge „in einem Umkreis von 50km von Wasserstraßen in Gebieten ohne offizielle Müllabfuhr“ eingesammelt wurde.

Zumindest in den USA gibt’s weitere Projekte: Gemeinsam mit der Initiative 4Ocean entsteht Barbie-Schmuck aus recycelten Materialen, gefertigt von Handwerkern auf Bali. Schade auch, dass hierzulande nicht die PlayBack-Aktion startete, bei der Käufer altes Spielzeug abgeben können. Aus diesem sollen neue Barbie-Puppen entstehen.

Bereits Ende 2021 sollen die Verpackungen sämtlicher Barbie-Produkte zu 95 Prozent aus recyceltem oder FSC-zertifiziertem Papier bestehen.

Und was ist mit den Köpfen?

Die „Barbie Loves the Ocean“-Kollektion umfasst drei Puppen, deren Körper zu 90 Prozent aus recycelten Kunststoffteilen gefertigt sind. Gleiches gilt für die dazugehörigen Spielsets. Ausgenommen sind die Puppenköpfe, Schuhe, die Strandlaterne und das Tablet, welche wohl herkömmlich hergestellt wurden.

Interessant ist, dass Mattel bei „Barbie Loves the Ocean“ Kindern unter anderem via YouTube nachhaltige Alltagsroutinen vermitteln möchte, mit denen Kids ein klein wenig die Erde schützen können. Das Sensibilisieren fürs Thema ist sicherlich ein prima Ansatz, aber auch hier zeigt sich einmal wieder: Nachhaltigkeit ist längst ein Teil des Geschäftsmodells großer Unternehmen geworden. Machen die Entscheider das aus Überzeugung oder weil man damit Geld verdienen kann? Wer weiß das schon so genau. Aber spielt das überhaupt eine Rolle, wenn das Ergebnis – also Müllvermeidung, Recycling, Schutz der Umwelt – positiv ist?

Grüne Barbie, „Made in China“?!

Mattel stand die vergangenen Jahre häufiger im Visier der Kritiker, denn das billig in China hergestellte Spielzeug hat für die arbeitenden Menschen in den Fabriken des Riesen einen Preis: Schlechte Bedingungen, Schuften im Akkord, fragwürdiger Umfang mit Chemikalien – nichts, was zu dem neuen Sauber-Image der grünen Barbie passen dürfte. Es bleibt zu hoffen, dass sich hier mittlerweile etwas zum Positiven geändert hat.

„Barbie Loves The Ocean“ gibt’s regular im Spielwarenhandel zu kaufen. Und natürlich auch online. Zum Beispiel bei Amazon erhaltet ihr unter anderem Barbie im gestreifen Regenbogenkleid, ein Volleyball-Spielset oder eine hübsche Strandbar.