Einweggeschirr landet nach Verwendung im Müll. Die Dresdner Firma Füllett hat eine Alternative parat: Gebackene Schalen, die ihr aufessen könnt.

Das EU-Verbot von Einwegplastik rückt näher: Ab dem 3. Juli 2021 dürfen in der Europäischen Union keine To-Go-Verpackungen aus Einwegplastik mehr verkauft werden, darunter Besteck, Teller, Schalen, Kaffeebecher oder Strohhalme. Seit Jahren gibt es Alternativen, die von vielen Gastro-Betriebenen längst genutzt werden. Das sind meist Produkte aus Pappe, Palmblättern, Zuckerrohr und Bambus. Und eben Mehrweg. Viele Lösungen sind weniger nachhaltig als von den Herstellern versprochen, denn sie müssen fachgerecht recycelt oder professionell kompostiert werden. Oder sie landen in der Müllverbrennungsanlage.

Es handelt sich um eine Backware zum Verehr. (Foto: Firma Füllett Produktion und Vertrieb UG)
Es handelt sich um eine Backware zum Verehr. (Foto: Firma Füllett Produktion und Vertrieb UG)

Seit mittlerweile über 15 Jahren produziert das Dresdner Unternehmen Füllett eine Alternative zu nicht verzehrbarem Einweggeschirr. Die gleichnamigen Produkte sind anders als konventionelles Einweggeschirr, denn ihr könnt sie mitessen.

Füllett: Keine Waffelschalen, kein normales Einweggeschirr

Ein Blick auf die Webseite deutet es an: Dem Erfinder Wolfgang Linke und der Geschäftsführerin Marion Thiele ist es wichtig zu betonen, dass ihre Firma nicht einfach nur herkömmliche Waffelschalen produziert. Vielmehr werden mit einem eigens dafür entwickelten Backverfahren essbare Schalen hergestellt. Dabei wird der Teig beim Backen verdichtet, wodurch die Füllett-Schalen eine glatte Oberfläche erhalten, die wie versiegelt wirkt. Genau dies ist der Unterschied zu kross gebackenen Waffelschalen, die zudem nicht wie Füllett feuchtigkeitsbeständig sind.

Mehrere Größen sind erhältlich. (Foto: Firma Füllett Produktion und Vertrieb UG)
Mehrere Größen sind erhältlich. (Foto: Firma Füllett Produktion und Vertrieb UG)

Die in bio-veganer Qualität aus einer Roggen- und Weizenmehlmischung, Rapsöl, Wasser sowie Salz gebackenen Füllett halten dagegen problemlos heißen Flüssigkeiten stand und lassen sich nach dem Auslöffeln verzehren.

Es ist gut möglich, dass ihr in der Vergangenheit schon einmal eine Suppe oder ein Gulasch aus einer Füllett verspeist habt – das brotähnlich schmeckende Produkt kommt schon bei vielen Bistros, Imbissbuden oder Marktständen zum Einsatz. Vorrangig sind sie für den Vor-Ort-Verzehr gedacht, weniger für das derzeit zwangsläufig beliebte To-Go-Geschäft. Denn es handelt sich um eine Backware ohne Deckel und nicht um eine gut verschließbare Verpackung. Und genau diese Differenzierung macht den Unterschied.

Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein aus Deutschland

Seit Jahren setzt sich Marion Thiele mit Umwelt, Nachhaltigkeit und Müllvermeidung auseinander. Dass die eigenen Produkte derzeit teurer sind als ungenießbares Einweggeschirr, das aus Asien nach Europa geschippert wird, spielt gedanklich auch eine Rolle. Sie machte die Erfahrung, dass vielen Gastronomen Aspekte „Made in Germany“, kurze Transportwege, problemlose Entsorgung (im Speiseabfall) und Möglichkeit des Verzehrs nicht wichtig genug sind, um etwas höhere Preise zu akzeptieren. Dabei kosten Speisen im Füllett nur rund 10 bis 15 Cent mehr als in Palmblatt- oder Zuckerrohrgeschirr aus Südostasien. Eine größere Wertschätzung erfolge dagegen im nichtgastronomischen Segment, beispielsweise in kulturellen, kommunalen und sozialen Einrichtungen oder Vereinen. Eine überraschende Erkenntnis.

Die Füllett besitzen auch ein Bio-Zertifikat. (Foto: Firma Füllett Produktion und Vertrieb UG)
Die Füllett besitzen auch ein Bio-Zertifikat. (Foto: Firma Füllett Produktion und Vertrieb UG)

Dabei kann der Einsatz von Füllett sogar Kosten minimieren: Da die Backware in der Regel von über 50 Prozent der Konsumenten mitgegessen wird, ist der Rücklauf niedriger. Das Müllvolumen verringert sich auch aufgrund der Tatsache, dass Füllett platzsparend im Abfallbehälter zerbrechen kann. Und: Speiseabfall ist günstiger als eine Entsorgung als Restmüll oder in der gelben Tonne. Privatpersonen können Füllett übrigens auf den normalen Komposthaufen werfen. Nach zirka 14 bis 21 Tagen ist nichts mehr von ihnen übrig.

Füllett zum Überbacken

Füllett, die als Backware ökologischer als Bioplastik-Schalen sind, bieten nicht nur Cateringunternehmen, sondern auch vielen anderen gastronomischen Einrichtungen vielseitige Einsatzmöglichkeiten. Sie sind in vier Größen erhältlich – von Mini für Tapas & Fingerfoods bis hin zu Maxi für Pfannengerichte, Suppen oder Salate. Der Clou: Das Geschirr lässt sich Mit- und Überbacken, wodurch die Schalen zu einem Bestandteil des Gerichts werden.

Viele Leckereien lassen sich mit Füllett servieren. (Foto: Firma Füllett Produktion und Vertrieb UG)
Viele Leckereien lassen sich mit Füllett servieren. (Foto: Firma Füllett Produktion und Vertrieb UG)

Weitere Details findet ihr auf www.fuellett.de. Der Onlineshop ist für Gewerbekunden gedacht. Nach telefonischer Absprache ist auch ein Werksverkauf für Privatpersonen und auch in kleineren Mengen möglich.