P.E.T MINI

DIY-Elektro-Skateboard aus Plastikmüll

6. Februar 2020 • 12:34 Uhr

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Das DIY-Elektro-Skateboard könnt ihr selber bauen. (Foto: João Leão)

OpenSource, aus recycelten Materialien und für urbane Räume gedacht – das Elektro-Skateboard P.E.T. Mini könnt ihr euch sogar selber bauen.

Der Designer João Leão war zunehmend genervt davon, dass sich an den Stränden seiner Heimatstadt Porto (Portugal) so viel Plastikmüll ansammelte. Auch störten ihn die steigenden Fahrzeiten im öffentlichen Nahverkehr. Und mit dem eigenen Auto fahren, war längst kein Vergnügen mehr. Und so entstand die Idee, ein Elektro-Skateboard für die Stadt zu entwerfen, das zugleich aus recycelten Kunststoffen wie alten PET-Flaschen aus dem Meer besteht. Im Rahmen seiner Masterarbeit in Product & Industrial Design widmete sich João diesen Problemen und entwickelte daraus P.E.T. Mini.

Die Besonderheit vom Elektro-Skateboard P.E.T. Mini

João Leão, der in der Vergangenheit unter dem Namen Maker Island allerlei kreative Produkte gestaltete, verdeutlicht mit P.E.T. Mini die Möglichkeiten moderner Denkweisen. Kernelement ist das sogenannte „Open Design“, was bedeutet: Alle Erkenntnisse, programmierten Codes und konstruierten Bestandteile stellt er zur freien Verfügung. Tüftler, andere Designer und „Maker“ können diese Informationen nutzen, um ihr eigenes P.E.T. Mini zu erschaffen.

Im finalen Produkt sind es keine recycelten PET-Flaschen geworden, das Material wäre nicht stabil genug gewesen. (Foto: João Leão)
Im finalen Produkt sind es keine recycelten PET-Flaschen geworden, das Material wäre nicht stabil genug gewesen. (Foto: João Leão)

João probierte bis zu seinem finalen Prototyp auch sehr viel aus. Unter anderem stellte er fest, dass recycelte HDPE-Kunststoffplatten optimal für ein solches Skateboard geeignet sind. Mechanische Teile stammen aus dem 3D-Drucker, die in einem lokalen FabLab produziert wurden.

P.E.T. Mini verfolgt einen partizipatorischen Designansatz; jeder kann mitwirken. Es ist also ein Beitrag für die weltweit aktive DIY-Szene. Interessierte sind aufgerufen, sich eigene Gedanken zu machen, um die Entwicklung zu verbessern, die Kreislaufwirtschaft anzuregen oder gar andere Komponenten des Elektro-Skateboards durch recycelte Alternativen zu ersetzen. Vielleicht könnten ja sogar alte Motoren und gebrauchte Elektronik zum Einsatz kommen?

Nicht zum Kaufen, aber trotzdem günstiger

Das P.E.T. Mini wiegt um die 8,5 Kilogramm und ist 75 Zentimeter lang. Bis zu 35 km/h fährt das Vehikel, der Akku hält rund 36 Kilometer und braucht knapp zwei Stunden für eine vollständige Aufladung. João Leão schätzt, dass ein gleichwertiges, kommerzielles Elektro-Skateboard rund 1600 Euro kosten würde. Sein Entwurf liegt bei deutlich unter 500 Euro, ist aber eben auch ein Prototyp, der womöglich hier und da noch Feinschliff benötigt.

Bei Wikifactory findet ihr alle technischen Details sowie die Bauanleitung, genauso ein Video, wie ihr ein Elektro-Skateboard wie P.E.T. Mini programmiert. Entsprechendes Wissen und Handwerkstalent werden also vorausgesetzt. Trotzdem ein überaus spannendes Projekt, wie ich finde.

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Über Sven

Dass es nicht nur alberne und eigentlich total überflüssige Gadgets gibt, möchte Sven mit GreenGadgets.de beweisen. Denn er ist davon überzeugt, dass auch kleine Ideen, Produkte und "Spielzeuge" die Menschen bereichern können. Abgesehen davon ist Sven als freiberuflicher Berater und Schreiberling tätig. Mehr über ihn gibt's auf Wernicke.net.


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