The Closest Loop

Ökologische Spülschwämme aus Gurken

30. Januar 2020 • 10:34 Uhr

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Schwamm drüber. (Foto: The Closet Loop)

Der gute, alte Spülschwamm. Wir mögen ihn, wir brauchen ihn. Aber er lässt sich nicht recyceln. Anders sieht’s bei dem Schwamm von The Closest Loop aus. Der besteht aus Luffa Gurken. Gurken?

Es klingt ein wenig wie ein Scherz, doch Leonie Eißele und Niklas Heinzerling möchten mit The Closest Loop beweisen, dass es eine ökologische Schwamm-Alternative gibt, die den herkömmlichen Spülschwamm aus Kunststoff vollständig ersetzen kann. Diese basiert auf Gurken. Genauer die speziellen Luffa Gurken.

Spülschwämme aus Luffa Gurken? Wie geht das?

Leo und Nick gehen davon aus, dass allein in Deutschland jährlich 5000 Tonnen Müll allein durch Spülschwämme entsteht. Dazu gesellt sich ein weiteres Problem: Bei klassischen Schwämmen zum Reinigen löst sich bei jedem Spülvorgang Mikoplastik – eine weitere Gefahr für Natur und Umwelt. Davon abgesehen lassen sich diese sonst sehr praktischen Helferlein nicht recyceln, da sie in der Regel aus Schaumstoff und damit aus einem Verbundsstoff mit mehreren Plastikarten bestehen.

Könnte die Luffa Gurke für eine nachhaltige Spülschwamm-Alternative sorgen? (Foto: The Closest Loop)
Könnte die Luffa Gurke für eine nachhaltige Spülschwamm-Alternative sorgen? (Foto: The Closest Loop)

Als das Gründerduo privat nach einer ökologisch sinnvollen Alternative zu Plastikschwämmen suchte, wurde es bei den Luffa Gurken fündig. Die auch Schwammkürbis genannte Nutzpflanze ist zwar nicht in Deutschland heimisch, lässt sich aber hierzulande regional anbauen. Und so war die Geschäftsidee geboren: Lufa Schwämme aus hiesigen Gefilden. Sie sind dank pflanzlichen Ursprungs biologisch abbaubar, verzichten auf Mikroplastik und verfügen über einen kleinen CO²-Fußabdruck. Perfekt!?

Schwamm-Anbau in Süddeutschland

The Closest Loop lässt die Gurken bei einem ökologischen Landwirt in Süddeutschland anbauen. Der Clou ist allerdings: Wenn ihr die Möglichkeit habt, sät selbst Samen aus und erntet eure eigenen Schwämme. Passendes und Bio-zertifiziertes Saatgut möchten Leo und Nick ebenfalls verkaufen.

Der Schwamm eignet sich zum Beispiel auch als Seifenhalter. (Foto: The Closest Loop)
Der Schwamm eignet sich zum Beispiel auch als Seifenhalter. (Foto: The Closest Loop)

Das Hauptgeschäft sind freilich die eigentlichen Schwämme, also die getrockneten Gurken. Das Standard-Modell hört hierbei auf den Namen Le Gurque. Geplant sind weitere Produkte, zum Beispiel eine Seifenunterlage fürs Waschbecken.

Le Gurque ab Herbst 2020

Bis zum Verkaufsstart vergehen allerdings noch etliche Monate, denn erst ab September 2020 sollen erste Schwämme ausgeliefert werden – an diejenigen, die bei der aktuell laufenden Crowdfunding-Kampagne Geld vorgeschossen haben. Und hier zeigt sich, dass zum Beispiel Le Gurque nicht gerade ein Schnäppchen ist: 9,50 Euro zahlt ihr für zwei Schwämme plus Seifenunterlage. In Anbetracht der Tatsache, dass der Plastikschwamm ein Centartikel ist, setzt das schon ein Umdenken bei uns Konsumenten voraus.

Sicherlich bleiben noch einige Fragen. Wie sieht’s beispielsweise mit der Langlebigkeit und Reinigungskraft der biologischen Schwämme aus? Schön ist andererseits, dass Le Gurque und Co. vollkommen kompostierbar und antibakteriell sind. Und…ich finde die Idee witzig und bin gespannt, ob die Finanzierung bei Startnext erfolgreich verläuft. Das Fundingziel liegt bei 7500 Euro und könnte bald erreicht sein…

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Über Sven

Dass es nicht nur alberne und eigentlich total überflüssige Gadgets gibt, möchte Sven mit GreenGadgets.de beweisen. Denn er ist davon überzeugt, dass auch kleine Ideen, Produkte und "Spielzeuge" die Menschen bereichern können. Abgesehen davon ist Sven als freiberuflicher Berater und Schreiberling tätig. Mehr über ihn gibt's auf Wernicke.net.


Dieser Beitrag wurde am 30. Januar 2020 zuletzt aktualisiert.

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