Biopack

Diese Eier-Verpackungen müsst ihr nicht mehr recyceln

24. Juli 2019 • 9:17 Uhr

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Sicher wäre Biopack auch für andere Produkte geeignet. (Foto: George Bosnas)

Bei vielen Verpackungen ist auch Recycling nicht der Weisheit letzter Schluss. Biopack zeigt, wie zum Beispiel der gute, alte Eierkarton durch eine nachhaltige Alternative ersetzt werden könnte.

Was ist denn an Packungen für Eier schlecht? Die bestehen doch aus Pappe und können mehrfach verwendet sowie recycelt werden? Das ist nur zum Teil richtig, denn oftmals nutzen Hersteller Hartschaum wie Polysterol, was eine Wiederverwertung erschwert. Die Klappkartons sind als Einwegprodukte konzipiert, da sie (auch bei privater!) Verwendung Salmonellen übertragen könnten. Und  Karton lässt sich nicht unkompliziert kompostieren. Es gibt also durchaus Gründe, die klassische Eierschachtel zu verbessern. Und das hat der Designer George Bosnas versucht. Herausgekommen ist der hübsche Biopack.

Biopack – eine Eier-Verpackung möchte es besser machen

George Bosnas zufolge besteht sein Biopack ausschließlich aus gereinigtem Papierbrei, Mehl und Stärke. Das genügt für eine stabile Hülle, in der bis zu vier Eier ihren Platz finden. Die Besonderheit steckt gewissermaßen im Detail: Direkt eingearbeitet sind diverse Samen von Hülsenfrüchten, die innerhalb von weniger als 30 Tagen aus dem Biopack wachsen können.

Durch Wasser zersetzt sich die Packung von alleine. (Foto: George Bosnas)
Durch Wasser zersetzt sich die Packung von alleine. (Foto: George Bosnas)

Der Biopack beginnt sich bereits durch Hinzufügen von Wasser selbst zu zersetzen. Gleichzeitig keimen nach und nach die Samen. Einer baldigen Ernte von Microgreens steht damit eigentlich nichts mehr im Weg. Alternativ buddelt ihr den Biopack einfach in die Erde ein, den Rest übernimmt die Natur. Recycling? Profi-Komposter? Beides nicht mehr nötig.

Ist Biopack wirklich sinnvoll?

Das Ziel von George Bosnas war unter anderem, auf Recycling zu verzichten. Denn solchen Abfall wieder in den Kreislauf zu geben, ist mit Verbrauch weiterer Ressourcen wie Energie verbunden – abgesehen vielleicht beim Verbrennnen des Mülls. Der Ansatz war und ist also nicht, aus altem Material neue Produkte entstehen zu lassen, sondern Entsorgung und Verwertung überflüssig zu machen.

Aus Verpackungen werden Pflanzen. (Foto: George Bosnas)
Aus Verpackungen werden Pflanzen. (Foto: George Bosnas)

Eine Frage, die ich mir stelle: Haben wir Menschen in Großstädten überhaupt den Platz und die Möglichkeit, Eierpackungen wie Biopack auf diese Weise zu entsorgen oder in nutzbare Pflanzen zu „verwandeln“? Grundsätzlich aber gefällt mir dieser Gedanke und stellt eine interessante Alternative zu anderen Lösungen wie beispielsweise die Verpackungen aus Pilzen von Ecovative Design oder den essbaren Packungen von Ooho dar. Wenn sich Recycling und Müll vermeiden lassen, bewegen wir uns für die Zukunft ganz klar in die richtige Richtung.

Ist sowas wie Biopack eine gute Lösung? (Foto: George Bosnas)
Ist sowas wie Biopack eine gute Lösung? (Foto: George Bosnas)

Im Zweifel ist sicherlich ein Mehrweg-Eierbehälter aus Kunststoff (nachhaltige Varianten konnte ich tatsächlich nicht entdecken) auch eine Option, sofern ihr diesen einige Jahre verwendet. Sowieso ist Biopack gegenwärtig nur ein Projekt des griechischen Designers, der dieses auf seiner Webseite genauer erklärt.

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Über Sven

Dass es nicht nur alberne und eigentlich total überflüssige Gadgets gibt, möchte Sven mit GreenGadgets.de beweisen. Denn er ist davon überzeugt, dass auch kleine Ideen, Produkte und "Spielzeuge" die Menschen bereichern können. Abgesehen davon ist Sven als freiberuflicher Berater und Schreiberling tätig. Mehr über ihn gibt's auf Wernicke.net.


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