Woodless

Diese Notizbücher verzichten komplett auf Papier

1. Juni 2019 • 10:53 Uhr

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Notizbücher aus Steinpapier - eine gute Idee. (Foto: Woodless)

Hippe Notizbücher, die unseren Alltag verbessern und ein Gegenpol zum digitalen Lebensstil darstellen wollen, gibt’s mittlerweile viele. Doch bei Woodless ist eines anders: Es setzt auf Steinpapier.

Steinpapier? Was nach einem Widerspruch klingen mag, ist in der Tat eine sehr spannende Alternative zu herkömmlichem Papier. Und das erscheint in der heutigen Zeit absolut sinnvoll, denn auch Holz ist eine begrenzte Ressource, die nicht beliebig oft recycelt werden kann und Zeit zum Wachsen benötigt. Vom hohen Wasserverbrauch sowie dem enormen CO²-Ausstoß bei der Herstellung ganz zu schweigen. Hier kommt das Steinpapier ins Spiel…

Was ist Steinpapier?!

Steinpapier besteht zu einem großen Teil aus Kalzimkarbonat (Kalkstein), das unter anderem in der Bauindustrie und beim Abbau anderer Rohstoffe gewissermaßen als Abfall aufkommt. Nach dem Mahlen zu Pulver lässt es sich mit Harz (z.B. Polyethylen) vermischen, wodurch ein Material entsteht, das dem Papier sehr ähnlich ist. Die höhere Dichte von Steinpapier führt dazu, dass es öl- sowie wasserabweisend, schwieriger entflammbar, reißfester und sogar antistatisch ist. Und: Es lässt sich beliebig oft wiederverwerten. Auf natürliche Weise zersetzt es sich sogar bei Sonnenlicht. Bei der Produktion wird gegenüber Papier aus Holz die Hälfte an Kohlendioxit freigesetzt und deutlich weniger Energie benötigt. Ach, Wasser und Chemie braucht es bei der Herstellung auch nicht.

Auffällig ist das helle Weiß. (Foto: Woodless)
Auffällig ist das helle Weiß. (Foto: Woodless)

Genau diese Vorteile sind es, die bei Woodless die Kaufargumente darstellen sollen. Die schicken Notizbücher der Berliner Studenten Leon Driese und Justin Wissmann setzen auf den hierzulande noch nicht sehr verbreiteteten Stoff. Die Lifestyle-Accessoires im A5-Format bestehen aus 144 Steinpapier-Seiten für Kritzeleien, Erinnerungen und alles, was ihr verewigen wollt. Hier wäre der größte Kritikpunkt zu sehen: Zwar legt das Duo großen Wert auf Nachhaltigkeit und Langlebigkeit, doch ein nachträgliches Ergänzen oder Ersetzen der Blätter ist (gegenwärtig) nicht vorgesehen.

Hipster-Objekt oder mehr? (Foto: Woodless)
Hipster-Objekt oder mehr? (Foto: Woodless)

Woodless – mehr als ein Hipster-Produkt?

Abgesehen davon vereint Woodless die Vorzüge von Steinpapier mit einem ansprechenden Produkt für Menschen, die abseits der digitalen Welt Notizen verfassen wollen. Ob das dann auch wieder ein Hipster-Gegenstand zum Prahlen im nächsten Berliner Trend-Café wird oder ein Büchlein mit einem persönlichen Mehrwert – das kann freilich jeder für sich selbst entscheiden.

Persönlich gefällt mir der Einsatz von Steinpapier in diesem konkreten Fall sehr. Die analogen Begleiter sehen gut aus und senibilisieren (zumindest mich) für die Nachteile von gewöhnlichem Papier. Auch bezogen auf den CO²-Ausstoß und den Wasserverbrauch. Preislich sind die Woodless-Bücher gar nicht mal so teuer. 23 Euro zahlt ihr bei Startnext, wenn ihr noch die kurze Zeit laufende Crowdfunding-Kampagne unterstützt. Danach könnt ihr euch ein Exemplar wahrscheinlich auf der extra eingerichteten Webseite sichern. Erste Alternativen gibt es bereits – zum Beispiel das Hard Work Book bei Amazon.

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Über Sven

Dass es nicht nur alberne und eigentlich total überflüssige Gadgets gibt, möchte Sven mit GreenGadgets.de beweisen. Denn er ist davon überzeugt, dass auch kleine Ideen, Produkte und "Spielzeuge" die Menschen bereichern können. Abgesehen davon ist Sven als freiberuflicher Berater und Schreiberling tätig. Mehr über ihn gibt's auf Wernicke.net.


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