reBubble

Soziale Seife aus Abfällen

29. April 2019 • 15:45 Uhr

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Hübsche Verpackungen gibt's natürlich auch. (Foto: reBubble)

Was passiert eigentlich mit den kleinen Seifen, die Hotelgäste oftmals fast ungenutzt liegen lassen? Aus ihnen wird die soziale Seife reBubble.

Zugegeben: Ein wenig skurril klingt die Idee schon, denn reBubble verwandelt bereits benutzte Seife in neue Produkte, die ab Ende April 2019 zuerst in zwei REWE-Filialen in Aachen verkauft werden. Dahinter steckt ein spannendes Projekt von Studierenden der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen, die dieses gemeinsam mit dem Lebenshilfe Aachen e.V. und dem enactus Aachen e.V. realisierten.

Das ist die soziale Seife reBubble

2015 entstand der Plan, Seifenreste von Hotels aus der Umgebung zu beziehen und diese zu neuer Hartseife zu verarbeiten. In einer lokalen Behindertenwerkstatt säubern Mitarbeiter die Rohseife, bevor sie zerkleinert und neu gebacken sowie verpackt wird. Wichtig ist den Verantwortlichen, dass die Beschäftigten individuell gefördert und gefordert werden – zugeschnitten auf ihr Handicap. Die hohen Hygienestandards, die in diesem Bereich gelten, hält reBubble selbstverständlich ein.

Hinter reBubble verbirgt sich noch mehr, wie auf Enactus.de nachzulesen ist: „Mit der wachsenden Bereitschaft der Bevölkerung, sich in einer Preiskategorie für umweltschonendere Produkte zu entscheiden, ergibt sich für Recyclingprojekte ein wirtschaftliches Interesse.“ Gerade die Seife, die bei kurzzeitigen Hotelbesuchen wenig oder gar nur einmalig verwendet wird, scheint besonders gut geeignet zu sein. Denn die Wiederverwertung sei unkompliziert und skalierbar. Als Partner gewannen die Organisatoren die Leonardo Hotelkette und sogar das Kosmetikunternehmen Babor, das dem Team zur Seite stand.

Wo reBubble kaufen?

In der Vergangenheit gewann reBubble bereits bei der Ford College Community Challenge ein Preisgeld von 5000 US-Dollar und im Herbst 2018 den Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie „Nachhaltig produzieren und konsumieren“. Jetzt geht’s mit zwei Seifen-Varianten los: Linie N° 1 mit dem Namen „Carolus“ (Savon Citrone) wird ausschließlich bei REWE in Aachen erhältlich sein, die exklusivere Edition N° 2 Aquis (Savon Fleur) soll künftig auch in Onlineshops angeboten werden.

Nachhaltig. Sozial. Regional. (Foto: reBubble)
Nachhaltig. Sozial. Regional. (Foto: reBubble)

Sobald sich reBubble selbst trägt, soll das Projekt abgegeben werden. Wohin die Reise geht, ist also noch ungewiss. Und grundsätzlich neu ist der Ansatz sicherlich auch nicht: Die Non-Profit-Organisation Clean the World macht seit über zehn Jahren nichts anderes. Allerdings werden hier keine Gewinne erwirtschaftet, vielmehr entstanden bisher über 44 Millionen Stück Seife aus Abfällen von mehr als 8000 Hotels, um bedürftige Menschen in 127 Ländern mit lebensrettenden Hygieneartikeln zu versorgen…

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Über Sven

Dass es nicht nur alberne und eigentlich total überflüssige Gadgets gibt, möchte Sven mit GreenGadgets.de beweisen. Denn er ist davon überzeugt, dass auch kleine Ideen, Produkte und "Spielzeuge" die Menschen bereichern können. Abgesehen davon ist Sven als freiberuflicher Berater und Schreiberling tätig. Mehr über ihn gibt's auf Wernicke.net.


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