Nachhaltige(re) Adventskalender

Kreativität und Spaß ohne schlechtes Gewissen

23. November 2018 • 13:42 Uhr

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Gute Adventskalender können auch nachhaltig sein. (Foto: Foodloose)

Wir reden über Nachhaltigkeit, Konsumverzicht und Müllvermeidung. Doch wenn’s im Dezember keinen Adventskalender gibt, gefällt uns das auch nicht. Was also tun?

Weihnachten und der Konsum. Ein schwieriges Thema. Und es fängt schon beim Adventskalender an. Wir wollen ihn und ärgern uns zugleich über den unnötig verursachten Plastikmüll, die Kosten und den fehlenden Sinn. Im schlimmsten Fall kommt noch ein schlechtes Gewissen auf, weil man sich doch für ein nachhaltigeres Leben und bewusstes Einkaufen entschieden hat. Ein Dilemma, oder?

Ich finde: Wenn wir uns zu sehr verkrampfen und das ablehnen, was wir eigentlich mögen, macht uns das nicht zufriedener. Doch ich möchte natürlich niemanden belehren, sondern vielmehr ein paar Inspirationen liefern. Ein Adventskalender ist für mich ein Stück Kindheit, eine kleine Vorbereitung auf ein paar erholsame Tage im Kreis der Lieben und sicherlich auch die Möglichkeit, 24 Tage hintereinander Geschenke zu bekommen. Mal ehrlich – wer freut sich darüber nicht?

Bedachtes Konsumieren, Nachhaltigkeit und andere Aspekte, die euch wichtig sind, können meiner Auffassung nach sehr wohl mit einem Adventskalender vereinbart werden. Und nach diesem ganzen Gelaber gibt’s jetzt ein paar konkrete Empfehlungen…

Nachhaltige Adventskalender? Bastelt selbst!

Es ist so simpel, aber in unserer schnelllebigen Zeit fallen uns die naheliegenden Dinge oftmals nicht mehr auf. Vor allem dann nicht, wenn wir etwas auch einfach kaufen können. Dabei ist es so schön, 24 „Türchen“ selbst zu füllen und den Partner, die Partnerin oder die Kinder auf ganz individuelle Weise zu erfreuen.

Eine tolle, witzige Idee. (Foto: mamas kram)
Eine tolle, witzige Idee. (Foto: mamas kram)

Was ihr dafür benötigt, ist etwas Talent fürs Basteln. Ein paar kreative Ansätze findet ihr beispielsweise bei Happydings. Der Adventskalender aus alten Toilettenpapierrollen (das ist quasi ein Klassiker von mamas kram) ist zweifelsohne witzig. Aber auch mit alten Marmeladengläsern, kaputten Jeans oder Pappbechern könnt ihr etwas anstellen, das hübsch aussieht und nicht zu kompliziert ist.

Adventskalender mehrere Jahre benutzen

Ist euch das Geklebe und Geschneide zu aufwändig, helft eurer womöglich fragwürdigen Begabung für Handarbeit etwas auf die Sprünge: Süße Jutesäckchen gibt’s im 24er-Pack für wenig Geld zu kaufen. Etwas schräg finde ich es, 24 biologisch abbaubare Coffee-to-Go-Becher als DIY-Kit zu wählen. Aber wieso nicht? Für etliche Jahre eine Freude wären das Adventskalender-Häuschen aus Holz, die pajoma-Adventskalender-Pyramide oder die liebevollen Stoffsäckchen von Gallop Chic. Persönlich gefällt mir die Variante aus alten, originalen und hierzulande genähten Kaffeesäcken.

Mein Tipp: Greift zu Adventskalendern, die ihr lange nutzen könnt. Letztlich kommt es auf den Inhalt an, weniger auf regelmäßig neue Kalendermotive. Wenn ihr etwas lange verwendet, ist das schon ein erster Nachhaltigkeits-Gedanke. Beim Toilettenpapierrollen-Beispiel wären wir wiederum beim Upcycling angelangt. Und solltet ihr eine Vorliebe für Minimalismus haben, tun es sicherlich auch braune Kraftpapier-Tüten.

Klassische, aber nachhaltigere Adventskalender

Basteln? Selber befüllen? Ist euch wirklich zu mühselig? Verständlich. Mittlerweile finden sich allerdings nachhaltigere Adventskalender im Sortiment diverser Händler und Hersteller – viele von ihnen bedienen den Wunsch der Menschen, gerade zu Weihnachten faire (Bio-)Produkte zu schenken, bei denen niemand ausgebeutet wurde. Das passt zum christlichen Grundgedanken des Fests.

Der Adventskalender von und für Weltveränderer. (Foto: Down to Earth)
Der Adventskalender von und für Weltveränderer. (Foto: Down to Earth)

Für Erwachsene sehr spannend ist „Der klügste Adventskalender der Welt“ von Down to Earth. An 24 Tagen bekommt ihr eine spezielle Inspiration von Weltveränderern wie Sophie Scholl, Franz von Assisi, Pablo Picasso, Coco Chanel oder Johannes Gutenberg. Der Kalender besteht aus 24 Heftchen, die aus Recyclingpapier gedruckt und in Deutschland hergestellt wurden. Mineralöflreie Farbe? Eine Selbstverständlichkeit! Das gute Stück hat seinen Preis – 58 Euro, um genau zu sein. Als Alternative gibt’s einen zweiten Adventskalender mit dem Motto „Liebe Hoffnung Leben“ mit Impulsheften, die sich mit Werten, Engagement für andere und dem Sinn des Lebens beschäftigen.

Guten Appetit – nachhaltige Adventskalender zum Essen

Seit Jahren erhältlich, gehört der Sonnentor Adventskalender zu meinen persönlichen Favoriten. Ich mag Gewürze sehr, gerade die von Sonnentor in Bio-Qualität. Bei dem Kalender erhaltet ihr 24 Gewürze und dazu passende Rezept-Anregungen. Er kostet zirka 13 Euro, was ich echt in Ordnung finde.

Leckeres hat seinen Preis. (Foto: foodloose)
Leckeres hat seinen Preis. (Foto: foodloose)

Etwas Luxus versprüht der foodloose Adventskalender. Gleich zwei Motive bekommt ihr hier geboten, die stabilen Karton-Schachteln lassen sich später oder im nächsten Jahr wiederverwenden. Im Inneren stecken bekannte foodloose-Leckereien, die allesamt bio, vegan und laktosefrei sind. Kostenpunkt: Knapp 60 Euro.

Jeden Tag ein Riegel. Für Arbeit, Sport und Freizeit. (Foto: foodloose)
Jeden Tag ein Riegel. Für Arbeit, Sport und Freizeit. (Foto: foodloose)

Sollte euch das zu teuer sein, hat foodloose 2019 einen neuen Kalender mit 24 sicher schmackhaften Riegeln am Start. Der kostet zirka 35 Euro.

Nicht nur Süßes wartet in den Türchen vom 2019er-Adventsome-Kalender. Zwar kostet die Box mit 24 Schachteln knapp 100 Euro, dafür warten etliche Überraschungen und sogar vier Spenden für einen guten Zweck. Ein sympathischer Mix.

Viele Überraschungen warten auf euch. (Foto: Adventsome)
Viele Überraschungen warten auf euch. (Foto: Adventsome)

Schaut doch mal in der dm-Filiale eures Vertrauens oder online vorbei. Der dmBio-Adventskalender lockt mit 24 bekannten und sicherlich auch überraschenden Produkten aus dem Sortiment der Drogeriemarkt-Kette. 24 Euro kostet der Kalender, der andererseits recht viel Müll produzieren dürfte. Das befürchte ich auch bei dem sehr schönen Rapuzel-Adventskalender, der mit 55 Euro recht happig ausgefallen ist.

Schön ist er ja, der Rapunzel-Adventskalender. (Foto: Rapunzel)
Schön ist er ja, der Rapunzel-Adventskalender. (Foto: Rapunzel)

Veganer, nachhaltiger Adventskalender 2019

Den fesch & fair Adventskalender müsst ihr erst einmal selber basteln, bevor ihr in aufhängt. Doch keine Sorge – das ist nicht schwierig, schließlich besteht der Artikel aus Buchenholz-Wäscheklammern und einer Recycling-Schnur. Entscheidend ist eh der Inhalt. Das sind vegane Süßigkeiten wie Himbeer-Naschfrüchte mit Zartbitterschokolade, Bio-Mandeln, Knabbereien und schokoladige Ingwer-Stückchen.

Wie wäre es mit veganen Leckereien? (Foto: Avocadostore)
Wie wäre es mit veganen Leckereien? (Foto: Avocadostore)

Sollte euch der Preis von fast 50 Euro zu hoch erscheinen, wären wir wieder beim Thema Selbermachen.

Auch noch etwas Gutes tun?

Apropos: Natürlich könntet ihr auf einen Adventskalender verzichten und stattdessen Geld spenden. Macht dies unbedingt, wenn sich das für euch besser anfühlt!  Oder entscheidet euch für Alternativen, die auch sehr sympathisch sind und sozusagen eine Win-Win-Situation ergeben.

Gutes tun kann so einfach sein. (Foto: 24 Gute Taten)
Gutes tun kann so einfach sein. (Foto: 24 Gute Taten)

Großartig ist beispielsweise der 24guteTaten-Kalender. Der kostet 24 Euro. Hinter jedem Türchen verbirgt sich ein soziales oder ökologisches Projekt, das mit eurer Hilfe (also durch den Kauf) unterstützt sowie vielleicht sogar realisiert wird. Auf der extra eingerichteten Webseite findet ihr weitere Hintergründe, denn den Machern liegt Transparenz besonders am Herzen.

Mir ist natürlich bewusst, dass dies nur eine kleine Auswahl an Möglichkeiten ist. Aber vielleicht gefällt euch die eine oder andere Idee? Ich freue mich über Kommentare unter diesen Zeilen. Für welchen nachhaltigeren Adventskalender habt ihr euch entschieden? Oder gibt’s bei euch gar keinen mehr?

Der Artikel wurde ursprünglich am 28. November 2018 veröffentlicht und am 13. November 2019 zuletzt überarbeitet.

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