Die Welt ein klein wenig verbessern

Vier Tipps für Faulpelze

25. Juli 2018 • 17:48 Uhr

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Außen braun, innen oft tadellos. (Foto: Sven Wernicke)

Wir sind faul, bequem und träge – gerade dann, wenn wir etwas ändern und uns aus der eigens geschaffenen Komfortzone bewegen müssen. Aber wir wollen auch die Welt verbessern und einen positiven Beitrag für die Gesellschaft, die Natur, die Umwelt leisten. Ein Dilemma? Vielleicht. Aber wir können auch klein anfangen, ohne auf etwas zu verzichten. Aller Anfang muss also nicht schwer sein.

Ihr benötigt Inspirationen, was ihr tun könntet? Wie wäre es damit?

Kauft Single-Bananen!

Es ist verrückt: 288 Kilogramm Bananen schmeißen hiesige Supermärkte pro Minute (!) weg. Zumindest ist das eine Zahl, die bereits seit 2016 dank der leider schon beendeten Kampagne „Leere Tonne“ die Runde macht. Vermutlich ist die Menge sogar gestiegen. Eine große Schuld tragen wir, die häufig einzelne Früchte liegen lassen und stattdessen zu einem Strunk mit mehreren Bananen greifen. Aber wieso eigentlich?

Klar, gebündelt halten Bananen länger, bleiben saftig und werden nicht so schnell braun. Ist ein zeitnaher Verzehr angedacht, dann könnt ihr auch mal eine „Single-Banane“ in den Warenkorb legen. Denn sonst ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie am Ende des Tages im Müll landet.

Was wohl mit dieser Banane passiert? (Foto: Sven Wernicke)
Was wohl mit dieser Banane passiert? (Foto: Sven Wernicke)

Ich kaufe mittlerweile bewusst einzelne Bananen. Tut nicht weh, es verändert in keiner Weise mein Konsumverhalten und – wer hätte das gedacht – macht garantiert keinen geschmacklichen Unterschied. Aber ihr könnt einen winzigen Beitrag ohne zusätzlichen Aufwand leisten.

Eine weitere Methode: Kauft (häufig im Sonderangebot) bereits braune Bananen, schält diese daheim sofort und friert sie ein. Ideal für Smoothies, aber auch cremiges Eis. Die gefrorene Banane lange genug pürieren, bis sich die Konsistenz in ein Mus verwandelt. Dafür braucht es nicht einmal eine Anleitung, so einfach ist das.

Wasser kommt aus dem Hahn!

Wisst ihr, was ich nach wie vor nicht verstehe? Wenn Leute beim Discounter Wasser ohne Kohlensäure kaufen – am besten sechs Flaschen á 1,5 Liter. Sie schleppen dann neun Kilogramm die Treppe hinauf in die Wohnung, um dort das zu trinken, was in vermutlich identischer Qualität aus der Leitung kommt. Nicht falsch verstehen: Wer Sprudel mag oder die Wasserqualität in den eigenen vier Wänden erwiesenermaßen schlecht ist, muss sich für den Kauf entscheiden. Alle anderen können nicht nur Geld sparen, sondern schonen zugleich die Umwelt.

Wasser Marsch! (Foto: Sven Wernicke)
Wasser Marsch! (Foto: Sven Wernicke)

Es ist ohnehin skurril: In 500 oder 1000 Kilometer Entfernung wird Wasser in Plastikflaschen gefüllt, die dann erst ins Zentrallager des „Herstellers“ und später einmal zum Supermarkt transportiert werden. Das alles kostet Energie und Ressourcen, die man sich hätte auch sparen können.

Das Argument „Leitungswasser schmeckt nicht“, lasse ich nur dann gelten, wenn ihr ein bestimmtes, vielleicht sogar einzigartiges Mineralwasser bevorzugt. Bei Tafelwasser dagegen, das bekannteste ist wohl das seit Mitte 2018 eh nicht mehr erhältliche Bonaqa, handelt es sich in der Regel auch „nur“ um Trinkwasser. Also quasi das, was ihr auch zum Baden oder Abwaschen verwendet.

Mein Tipp: Füllt eine Karaffe mit Wasser, schneidet noch eins, zwei Stückchen Gurke, Erdbeeren, ein paar Pfefferminzblätter rein – recht schnell schafft ihr mit dem sogenannten Infused Water einen schmackhaften Umstieg vom gekauften Wasser zu dem, was ihr daheim immer parat habt.

Shoppen bei Amazon – mit einem kleinen Lächeln

Ich möchte keine Grundsatzdiskussion vom Zaun brechen, ob Amazon der neue Teufel ist, der den (auch nicht immer besseren) Einzelhandel zerstört und Mitarbeiter ausbeutet. Könnt ihr eure Bestellfinger nicht vom US-Riesen lassen, dann unterstützt mit nahezu jedem Kauf wenigstens eine wohltätige Organisation eurer Wahl.

Wählt eine favorisierte Organisation aus. (Foto: Screenshot)
Wählt eine favorisierte Organisation aus. (Foto: Screenshot)

Das von Amazon ins Leben gerufene System nennt sich Amazon Smile. Dieses ist über smile.amazon.de erreichbar. Ordert ihr über diese Unterseite wie gewohnt das Gewünschte, wandern 0,5 Prozent der Einkaufssumme an eine Institution, für die ihr euch zuvor entschieden habt. Besonders beliebt sind unter anderem „Sea Shepherd“, „Aktion Deutschland Hilft“ oder die „Gesellschaft für KinderKrebsforschung“, aber – und das finde ich besonders spannend – ihr dürft genauso lokalen Vereinen helfen. In meiner Wahlheimat Dresden sind das weit über 50 Einrichtungen, die von meiner Konsumfreude profitieren könnten. Von Naturschutz bis hin zu Lebenshilfe – es ist alles dabei, was euch am Herzen liegt. Ihr dürft freilich jederzeit wechseln.

Nicht alle Produkte werden bei diesem System berücksichtigt, beispielsweise Spar-Abo-Käufe oder Abonnementsverlängerungen. Nach einer einmaligen Freischaltung seht ihr als Smile-Nutzer stets an „Qualifiziert für smile.amazon.de“, ob ihr mit eurem Kauf auch „spendet“. Weitere Details erhaltet ihr auf der extra eingerichteten Hilfeseite.

Obsternte statt Kauf

Auch das ist eine seltsame Verschwendung: Wir kaufen Äpfel, Pflaumen, Birnen, Kirschen und anderes Obst teuer im Supermarkt. Außerhalb der Saison wird dieses sogar aufwändig eingeflogen. Albern wird es dann, wenn womöglich in der Nachbarschaft ein Baum steht, der auf eine Ernte wartet, ihr aber Geld für Gleichwertiges ausgebt.

Mundraub.org ist eine praktische Anlaufstelle. (Foto: Screenshot)
Mundraub.org ist eine praktische Anlaufstelle. (Foto: Screenshot)

Uns ist oftmals gar nicht bewusst, dass im verwilderten Vorgarten des eigenen Wohnhauses ein Feigenbäumchen steht. Oder im Park um die Ecke Esskastanien auf ihren Verzehr warten. Klar, gegenüber dem Kauf müsst ihr euch ein klein wenig verrenken, etwas vom Boden aufsammeln oder daheim mehr vom womöglich nicht ganz so ästhetisch perfekten Obst abschneiden – aber hey, dafür spart ihr Geld, senkt unnötige Verschwendung und erlernt im besten Fall noch etwas Wertschätzung für die Natur.

Solltet ihr keine Lust haben, auf die Suche nach erntereifen Früchten zu gehen, klickt euch zu Mundraub.org. Die Webseite stellt auf einer Weltkarte (mit Fokus Deutschland) nicht nur Bäume und Sträucher für Obst dar, sondern berücksichtigt Erntemöglichkeiten für Nüsse und Kräuter. Ihr werdet überrascht sein, dass ihr manche Leckereien bisher gar nicht als solche wahrgenommen habt. Mirabellen und Maulbeeren werden heutzutage viel zu oft völlig ignoriert…

Das sind nur vier von vielen anderen Ideen. Habt ihr weitere parat? Ich freue mich über Kommentare.

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Über Sven

Dass es nicht nur alberne und eigentlich total überflüssige Gadgets gibt, möchte Sven mit GreenGadgets.de beweisen. Denn er ist davon überzeugt, dass auch kleine Ideen, Produkte und "Spielzeuge" die Menschen bereichern können. Abgesehen davon ist Sven als freiberuflicher Berater und Schreiberling tätig. Mehr über ihn gibt's auf Wernicke.net.


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