Zouri

Nachhaltige Sandalen aus gesammelten Plastikflaschen

29. Juni 2018 • 13:41 Uhr

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Teile der Sandalen stammen aus dem Meer. Genauer: Plastikflasche wurden verarbeitet. (Foto: Zouri)

Aus an portugiesischen Stränden gesammelten Plastikflaschen werden Sandalen. Die Zouri genannten Schuhe sind nachhaltig und  verdeutlichen, dass Upcycling sehr gut aussehen kann.

Adidas stellte bereits vor geraumer Zeit mit den Adidas x Parley Sportschuhe aus Plastikmüll vor. Das Unternehmen Zouri geht mit der eigenen Sandalen-Kollektion bezogen auf Upcycling und den Umgang mit Abfall, den das Meer anspülte, einige Schritte weiter. Gemeinsam mit Freiwilligen und ansässigen Organisationen sammelte die Verantwortlichen alleine im April 2018 1,5 Tonnen Plastikmüll an elf Stränden rund um die portugiesische Stadt Esposende ein. Aus diesem sollen nachhaltige Sandalen entstehen.

Kurios ist zweifelsohne die Sohle. (Foto: Zouri)
Kurios ist zweifelsohne die Sohle. (Foto: Zouri)

Die Besonderheiten der nachhaltigen Sandale Zouri

Eigenen Aussagen zufolge hat Zouri die „vermutlich ökologischsten Sandalen“ erschaffen. Durchschnittlich sechs Plastikflaschen werden pro Schuhpaar geschreddert und mit natürlichen Materialien wie Kork, Naturkautschuk und Ananasblättern vermischt. Daraus entsteht der Stoff Pinatex, eine vegane Alternative zu Leder. Aus diesem werden die Sohle und die Riemen gefefertigt. Ebenso nutzt Zouri Kork und Jute für das Fußbett. In Guimarães stellen Handwerker sämtliche Sandalen her, faire Arbeitsbedingungen und eine hohe Produktqualität seien eine Selbstverständlichkeit. Die gleichnamigen japanischen Sandalen dienten übrigens als Inspiration – wer hätte das gedacht?

Zouri sieht sich nicht nur als Anbieter der Schuhe, auch möchte man einen Beitrag leisten, die Meere vom Plastikmüll zu befreien. Dazu möchte man mit Initiativen kooperieren, die sich für Umweltschutz und lokales Wirtschaften einsetzen.

Die verwendeten Materialien. (Foto: Zouri)
Die verwendeten Materialien. (Foto: Zouri)

Finanzierung via Crowdfunding

Diverse Modelle, Größen und Farben von Zouri sind vorgesehen, eine Art Vorbestellung ist bei Indiegogo möglich. Via Crowdfunding wollten Adriana Mano und ihr Kompagnon Antonio Barros 20.000 Euro für die Umsetzung ihrer Vision einnehmen, das Ziel wurde bereits erreicht. Mit dem Geld soll die erste Produktion angestoßen werden. Preislich geht’s ab 55 Euro (plus Versandkosten) los, schon im Juli 2018 könnte mit der Auslieferung (unter anderem nach Deutschland) begonnen werden. Beides klingt eigentlich ganz verlockend.

Dennoch schwingt ein klein wenig Skepsis mit. Sind die Zouri-Sandalen tatsächlich konsequent nachhaltig? Woher stammen die Ananas-Blätter? Eine umweltfreundliche Entsorgung, wenn die Schuhe irgendwann einmal kaputt sind, dürfte schwierig sein, enthalten diese schließlich Plastik, das sich nicht wie die natürlichen Bestandteile zersetzt. Das können die Karma Classics und die Futurecraft Biofabric besser – aber diese Sneakers verfolgen auch ein anderes Konzept. Dagegen gefallen mir persönlich der Grundgedanke und vor allem die Sohle. Diese verdeutlicht eindrucksvoll, was so in der Vergangenheit im Meer schwamm. Erschreckend.

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Über Sven

Dass es nicht nur alberne und eigentlich total überflüssige Gadgets gibt, möchte Sven mit GreenGadgets.de beweisen. Denn er ist davon überzeugt, dass auch kleine Ideen, Produkte und "Spielzeuge" die Menschen bereichern können. Abgesehen davon ist Sven als freiberuflicher Berater und Schreiberling tätig. Mehr über ihn gibt's auf Wernicke.net.


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