Hubus

Fruchtbare Pflanzenerde aus Biomüll selber produzieren

14. Dezember 2017 • 10:56 Uhr

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So sieht ein Hubus aus. (Foto: Hubus Berlin)

Statt Bioabfälle im Restmüll zu entsorgen, sollt ihr diese besser daheim kompostieren. Mit Hubus hat ein Berliner Team eine simple, aber gute Lösung parat.

Anja Carsten, Jörg Winkler, Nina Reckeweg und ihre Mitstreiter entwarfen Kompostmöbel mit der Bezeichnung Hubus. Mit diesen soll der in Städten entstehende Bioabfall direkt in den Haushalten in fruchtbare Erde umgewandelt werden.

Mit Würmern zum Humus. Zu Hause. (Foto: Hubus Berlin)
Mit Würmern zum Humus. Zu Hause. (Foto: Hubus Berlin)

Wozu Hubus?

Die Idee dahinter ist eine schnell nachvollziehbare: Über 40 Prozent des jährlich anfallenden Hausmülls besteht aus Bioabfall, der häufig in Müllverbrennungsanlagen entsorgt wird. Zugleich erwerben Menschen in Städten Pflanzenerde in Bau- und Gartenmärkten, obwohl sie diese selbst produzieren und damit in vielerlei Hinsicht die Umwelt schonen bzw. Geld sparen könnten. Anja Carsten fasst dies bei Biorama.eu gut zusammen. Auch der Wunsch, dass man Biomüll mehr als Ressource und weniger als Abfall betrachtet, klingt plausibel und wünschenswert.

Essensreste sinnvoll verwerten. (Foto: Hubus Berlin)
Essensreste sinnvoll verwerten. (Foto: Hubus Berlin)

Es ist also ein naheliegender Gedanke, die organischen Reste, welche zum Beispiel beim Zubereiten von Speisen anfallen, nicht einfach nur wegzuwerfen, sondern selbst in nährstoffreiche Erde zu verwandeln. Für einen Bio-Komposter dürften aber gerade Bewohner einer Mietwohnung in der Großstadt keinen Platz haben. Daher entwarfen die Verantwortlichen zwei Hubus-Kompostmöbel.

Kompostmöbel für die Wohnung

Auf der extra eingerichteten Webseite ist von zwei Kompostmöbeln die Rede. Bei hubus.hoch handelt es sich um ein aus Lärchenholz bestehendes Etagensystem, das innerhalb weniger Wochen Abfälle in Humus umwandelt. Geeignet ist dieses Gerät für Innenstadtwohnungen. Wem etwas mehr Raum zur Verfügung steht, entscheidet sich für den hubus.quer, der für Außenbereiche gedacht ist und größere Abfallmengen „verarbeiten“ kann. Das wäre sicher etwas für größere Hausgemeinschaften.

Hier zu sehen: Prototypen aus dem Jahr 2016. (Foto: Hubus)
Hier zu sehen: Prototypen aus dem Jahr 2016. (Foto: Hubus)

Stets zum Einsatz kommen Kompostwürmer, die sich um die Obst- und Gemüsereste kümmern. Die zur Familie der Regenwürmer gehörenden Tierchen scheiden den sogenannten Wurmtee aus, der als Biodünger verkauft wird. Häufig werden sie auch als Angelköder verwendet. Im Fall von Hubus geht’s aber nur um den Bioabfall, der durch sie zu Wurmhumus wird. Und dies, ohne dass wir Menschen viel dazu beitragen müssen. Weitgehend geruchlos ist der Prozess ebenso.

Wenn es zu viel Humus wird

Perspektivisch möchten die Schöpfer von Hubus ein Netzwerk aufbauen, in dem zum Beispiel überschüssiger Humus aus der Abfall-Verwertung an Stadtgärtner weitergegeben wird. Als Gegenleistung könnten Lieferanten Naturalien wie Obst, Gemüse oder Stecklinge erhalten. Das wäre schon eine attraktive Win-Win-Situation. Hubus sieht sich also keinesfalls nur als Produzent von hubus.hoch und hubus.quer, sondern als Vermittler sowie Verbreiter einer Botschaft zum Verringern von Müll und Schaffen eines Bewusstseins für kleinräumige Stoffkreisläufe. Die Beteiligten bei Hubus geben ferner Schulungen, unter anderem an Schulen.

Bisher aber gibt’s keine Produkte und Hubus-Möbel zu kaufen, die Facebook-Site hält allerdings weitere Details bereit.

Biokomposter daheim bauen oder kaufen

Wenn ihr selbst aktiv werden wollt: Etliche Ansätze finden sich längst im Netz. Wie wäre es mit einer Anleitung zum Bau eines eigenen Bio-Komposters, der wohl auf eine ähnliche Weise funktioniert? Unter dem Stichwort „Wurmkiste“ erhaltet ihr im Internet weitere Hintergründe, zum Beispiel auf Mein-Schoener-Garten.de.

Eine Lifestyle-Variante von Hubus wäre unter anderem Biovessel, das in der Vergangenheit via Crowdfunding finanziert wurde. Eine ebenfalls reizvolle Alternative dürfte das Bokashi Abfalleimer-System sein. Hier werden Reste allerdings fermentiert. Andererseits können geeignete Produkte regulär käuflich erworben werden.

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Über Sven

Dass es nicht nur alberne und eigentlich total überflüssige Gadgets gibt, möchte Sven mit GreenGadgets.de beweisen. Denn er ist davon überzeugt, dass auch kleine Ideen, Produkte und "Spielzeuge" die Menschen bereichern können. Abgesehen davon ist Sven als freiberuflicher Berater und Schreiberling tätig. Mehr über ihn gibt's auf Wernicke.net.


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