Pentatonic

Designermöbel aus Haushaltsabfällen

15. September 2017 • 13:53 Uhr

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So schön kann ehemaliger Müll sein. (Foto: Pnetatonic)

Eine attraktive Form von Upcycling: Pentatonic stellt aus Plastikflaschen und Smartphone-Gläsern attraktive Möbel und Accessoires her.

Die Gründer des britischen Startups Pentatonic verfolgen ein Ziel: Durch Kreislaufwirtschaft sollen verwendete Rohstoffe über den Lebenszyklus hinaus wieder in den Produktionsprozess zurückgelangen. Oder anders gesagt: Die Designer Jamie Hall und Johann Boedecker fertigen aus regulärem Müll attraktive Möbel, die auch als solche verwendet werden. Recycling und Upcycling sind hier also die großen Themen.

Ja, dieser Stuhl bestand mal aus Plastikflaschen. (Foto: Pentatonic)
Ja, dieser Stuhl bestand mal aus Plastikflaschen. (Foto: Pentatonic)

Möbel aus Müll

Die ersten Ergebnisse, die sich unter anderem AirTool Chair oder AirTool Foil Table nennen, bestehen dann auch aus Aluminiumdosen, Plastikflaschen, Folie, CDs oder aus Glas defekter Smartphones. Für die Herstellung von Möbeln oder gar Trinkgläsern nutzt das Duo 90 Prozent aller Materialen aus der näheren Umgebung. Der Rest stammt aus Taiwan und anderen Ländern. Von dort werden in erster Linie besagtes Glas alter Telefone und Ausschuss von der Produktion neuer Smartphones bezogen. Bei den Stühlen und Tischen wird außerdem auf schädliche Kleber oder Harze verzichtet.

Die Kreislaufwirtschaft ist für Jamie und Johann wirklich wichtig. Denn wer die Möbelstücke später nicht mehr haben möchte, gibt sie direkt an Pentatonic zurück. Eine feste Rückkaufsumme wird sogar versprochen. Aus dem Alten wird dann unter Umständen wieder etwas Neues, was dank modularer Bauweise ermöglicht wird. Wer kreativ genug ist, bastelt sich eine eigene, ganz individuelle Wohnungseinrichtung – und das sogar ohne Werkzeuge. Und sollte mal ein Stuhlbein kaputtgehen, wird es durch ein gleichwertiges Ersatzteil einfach getauscht. Clever und ebenfalls nachhaltig gedacht.

Teure Möbel von Pentatonic

Die Möbel von Pentatonic sind vermutlich nicht für jeden geeignet, gehen die Preise für Stühle erst bei 230 Euro los. Ein Tisch liegt sogar bei um die 1000 Euro. Ihr könnt die Upcycling-Produkte direkt im Onlineshop erwerben. Solltet ihr zufällig vom 18. bis zum 24. September in London sein, lohnt sicherlich ein Besuch des London Design Festivals, auf dem Pentatonic auch ausstellt. Ansonsten wird nach Deutschland geliefert, ohnehin betreiben die Erfinder ein Büro in Berlin.

Alle weiteren Details bekommt ihr direkt auf der offiziellen Webseite.

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Über Sven

Dass es nicht nur alberne und eigentlich total überflüssige Gadgets gibt, möchte Sven mit GreenGadgets.de beweisen. Denn er ist davon überzeugt, dass auch kleine Ideen, Produkte und „Spielzeuge“ die Menschen bereichern können. Abgesehen davon ist Sven als freiberuflicher Berater und Schreiberling tätig. Mehr über ihn gibt’s auf Wernicke.net.


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4 Kommentare

    • Nein, das ist nicht richtig. Durch Upcycling wird aus Abfall (siehe z.B. Reste von Smartphone-Gläsern) ein neues Produkt. Pentatonic beschäftigt sich mit beiden Dingen: Recycling (Plastikflaschen -> Möbel) und Upcycling (Ausschuss -> Trinkgläser).

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  1. demlak am

    Ein Produkt in seine Bestandteile zu zerlegen und dann aus diesen Bestandteilen (auch in Verbindung mit anderen Materialien) Neues zu gestalten ist „nur“ Recycling.

    Upcycling und Downcycling sind besondere Arten von Recycling. Bei beidem geht es aber um das Produkt und nicht nur um seine Bestandteile. Beim Upcycling wird ein Produkt nicht komplett in seine Bestandteile zerlegt sondern das Produkt ist in irgendeiner Weise im neuen Produkt wiedererkennbar.

    Wenn ihre Definition von Upcycling zutreffen würde, worin soll es sich dann von anderen Recycling-Arten unterscheiden?

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    • Wie gesagt: Das Upcycling bezieht sich im konkreten Fall hier zum Beispiel auf die Smartphone-Gläser. Das sollte auch zu der von Ihnen angegebenen Definition passen.

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