Apis Cor

Umweltfreundliches Tiny House aus dem 3D-Drucker

3. März 2017 • 17:13 Uhr

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Das ist das fertige Haus. (Foto: Apis Cor)

Für weniger als 10.000 Euro baut Apis Cor kleine Häuser. Oder besser gesagt: Das Unternehmen druckt Tiny Houses direkt vor Ort aus – innerhalb eines Tages!

Das in Russland und in den USA ansässige Unternehmen Apis Cor hat sich das Ziel gesetzt, Gebäude schnell, ohne unnötige Ressourcen-Verschwendung und kostengünstig zu realisieren. Erschaffen wurden hierzu spezielle 3D-Drucker, die die Häuser in einem eigens entworfenen Verfahren mit einer Betonmischung entstehen lässt. Das wiederum führt zu allerlei Vorzügen.

Der 3D-Drucker druckt diese spezielle Gebäudeform. (Foto: Apis Cor)
Der 3D-Drucker druckt diese spezielle Gebäudeform. (Foto: Apis Cor)

Tiny House aus dem 3D-Drucker

Laut Apis Cor werden bei der Konstruktion keine Rohstoffe unnötig vergeudet, auch kann mit dem Bau nicht erst nach Wochen, sondern innerhalb von 30 Minuten begonnen werden. Ein geringerer Logistikaufwand ist die Folge, genauso sind weniger Arbeiter für die Realisierung nötig. Und trotzdem verspricht man eine große Flexibilität: Der 3D-Drucker kann Flächen bzw. Wände bis 132 m² „drucken“ – bis zu 10 Meter pro Minute sind möglich. Objekte mit 100 m² Grundfläche seien innerhalb eines Tages gar kein Problem.

In einem öffentlichen Praxistest druckte Apis Cor ein Tiny House mit einer zirka 40 Quadratmeter großen Wohnfläche. Dabei kamen Kosten von insgesamt 10.134 US-Dollar auf, was knapp 9600 Euro entspricht. Die Summe beinhaltet die Fenstern, die Dämmung und andere Komponenten für die Fertigstellung, wohlgemerkt! Das Haus selbst soll bist zu 175 Jahre halten. Interessant zusätzlich: Das Tiny House wurde komplett am Stück gedruckt, nicht in Einzelteilen, die zusammengesetzt werden mussten. Als Dämmung kamen bei dem Experiment Hartpolystyrol-Platten zum Einsatz, das Dach besteht aus Polymermembran-Flächen, die sehr widerstandsfähig ausfallen sollen. Hier könnte ich mir allerdings umweltfreundlichere Lösungen vorstellen.

Eine Fertigung wäre sogar mitten im Winter bei Temperaturen bis -35 Grad Celsius keine Herausforderung, sofern die Betonmischung „warm“ genug bleibt (5 Grad Celsius).

Viele Möglichkeiten

Spannend ist zweifelsohne das Potential. Wohnhäuser, unter anderem in von Krieg zerstörten Gebieten, könnten erstaunlich schnell und billig gedruckt werden. Minimaler Aufwand, ausreichend Platz zumindest für Individualisten, ein durchaus ansprechendes Design – das hat was. Laut offizieller Webseite verfolgt man große Pläne für die Zukunft. Dabei ist nicht nur von Schonen der Umwelt die Rede, sondern auch von der Besiedlung der Mars-Oberfläche. Das wird vermutlich noch einige Jahre dauern…

So sieht es im Tiny House aus. (Foto: Apis Cor)
So sieht es im Tiny House aus. (Foto: Apis Cor)

(via & via)

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Über Sven

Dass es nicht nur alberne und eigentlich total überflüssige Gadgets gibt, möchte Sven mit GreenGadgets.de beweisen. Denn er ist davon überzeugt, dass auch kleine Ideen, Produkte und „Spielzeuge“ die Menschen bereichern können. Abgesehen davon ist Sven als freiberuflicher Berater und Schreiberling tätig. Mehr über ihn gibt’s auf Wernicke.net.


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