IKEA Delaktig

Möbel hacken und erweitern, statt neue kaufen

3. Februar 2017 • 13:18 Uhr

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Studenten probieren Delaktig aus. (Foto: IKEA Today)

Wie sieht die Zukunft des Möbelkaufs aus? Auch bei IKEA wird darüber nachgedacht, was wir uns in den kommenden Jahren wünschen könnten. Mit Delaktig haben die Schweden modulare Bauteile im Visier, die zum Teil aus recycelten Materialien bestehen. Clever.

Vor über zwei Jahren gefiel es den Entscheidern bei IKEA gar nicht, dass Besitzer ihre Möbelstücke „hackten“ oder zumindest zweckentfremdeten. Ärger drohte dabei dem Blog ikeahackers.net, der Tipps zum Verändern regulärer Waren der Möbelhauskette anbietet. Mittlerweile fand auch bei IKEA ein Umdenken statt, die DIY- und Hobbybastler-Szene möchte man sogar explizit bedienen. Anfang 2018 erscheint mit der Delaktig-Reihe ein intelligentes System, das durch zusätzlich und später erhältliche Komponenten erweitert oder vollständig verändert werden kann.

Viele Möglichkeiten bietet das System. (Foto: IKEA Today)
Viele Möglichkeiten bietet das System. (Foto: IKEA Today)

So funktioniert Delaktig

Eine Couch in einen Tisch verwandeln? Aus dem Tisch wird eine Kommode? Im besten Fall muss nichts neu gekauft, sondern nur verändert angeordnet werden. Im November 2016 präsentierte IKEA die sogar offene Plattform, die zum Bauen und Experimentieren einlädt. Den Anfang wird ein Art (Schlaf-)Sofa machen, das preislich zwischen 400 und 900 US-Dollar (bzw. vermutlich Euro) liegt. Euch wird es überlassen sein, wie ihr die Teile zusammenbaut und verwendet.

Für Experimente geeignet. (Foto: IKEA Today)
Für Experimente geeignet. (Foto: IKEA Today)

Interessant zweifelsohne: Nicht nur IKEA wird zusätzliche Elemente für Delaktig anbieten, auch Dritthersteller können ihren Beitrag leisten. Es ist also gut möglich, dass ihr später auch bei anderen Händlern Erweiterungen kaufen könnt. Beispielsweise Armlehnen, Lampen-Befestigungen und so weiter.

Weniger Müll und Recycling

Mittel- und langfristig betrachtet könnte Delaktig die Müllberge schrumpfen lassen. Statt ein Möbelstück zu entsorgen und sich ein neues zu kaufen, erwirbt man zusätzliche Module, die kleiner und kostengünstiger sind. Diese sparen somit Ressourcen, die sonst für die Produktion neuer Möbel aufgebracht werden müssten. Zudem werden die Rahmen von Delaktig immerhin aus 40 Prozent recyceltem Aluminium bestehen. Da geht sicher noch mehr, doch der erste Schritt ist gemacht.

Wie flexibel ist das Konzept? Das wird sich zeigen. (Foto: IKEA Today)
Wie flexibel ist das Konzept? Das wird sich zeigen. (Foto: IKEA Today)

Ein feiner LEGO-Ansatz vom Möbelhaus-Giganten IKEA, bei dem auch ein nachhaltiger, kreativer Ansatz mitschwingt? Das sagt mir zu! Es bleibt zu hoffen, dass Delaktig auch flexibel genutzt werden kann. Und bei der Kundschaft ankommt.

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Über Sven

Dass es nicht nur alberne und eigentlich total überflüssige Gadgets gibt, möchte Sven mit GreenGadgets.de beweisen. Denn er ist davon überzeugt, dass auch kleine Ideen, Produkte und „Spielzeuge“ die Menschen bereichern können. Abgesehen davon ist Sven als freiberuflicher Berater und Schreiberling tätig. Mehr über ihn gibt’s auf Wernicke.net.


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