Aktivhaus

Mit nachhaltigen Gebäuden gegen die Wohnungsnot

20. Januar 2017 • 17:10 Uhr

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Modern und modular. Und nachhaltig. (Foto: Zooey Braun / ah-aktivhaus)

Schnell aufzustellen, modular, nachhaltig und im Vergleich zu herkömmlicher Bauweise auch günstiger. Das Aktivhaus von Werner Sobek ist ein moderner, ökologischer Beitrag in Zeiten der Wohnungsnot.

Die im Herbst vergangenen Jahres in Winnenden gebaute Flüchtlingsunterkunft für 200 Menschen dürfte ein Paradebeispiel dafür sein, welche Stärken das Aktivhaus von Werner Sobek besitzt. Die Fertighäuser aus ökologischen Materialien besitzen gar nicht mal den „Charme“ hässlicher Wohncontainer – obwohl sie letztlich welche sind.

Vielseitig einsetzbar. (Foto: Zooey Braun / ah-aktivhaus)
Vielseitig einsetzbar. (Foto: Zooey Braun / ah-aktivhaus)

Aus nachwachsenden Rohstoffen

Das Aktivhaus des renommierten Architekten besitzt vor allem eine erstaunliche Flexibilität. Bei Bedarf werden die modularen Komponenten ausgetauscht, erweitert oder – wenn sie nicht mehr gebraucht werden – recycelt. Berücksichtigt wird der von Sobek entwickelte Standard Triple Zero. Dieser verspricht, dass die Gebäude in der Jahresbilanz nicht mehr Energie benötigen, als sie selbst aus nachhaltigen Quellen erzeugen. Zudem produzieren sie keine CO²-Emisssionen und erzeugen keinen Abfall beim Um- oder Abbau. Eine vollständige Wiederverwertung sei garantiert. Als Baumaterialien kommen ausschließlich nachwachsende Rohstoffe zum Einsatz, darunter Hanf- und Holzfasern für die Dämmung. Die Fenster bestehen aus Gummilippen und verzichten auf giftigen Polyurethanschaum, der sonst häufig Verwendung findet.

So kann ein Modul innen aussehen. (Foto: ah-aktivhaus)
So kann ein Modul innen aussehen. (Foto: ah-aktivhaus)

Das Aktivhaus könnt ihr euch wie LEGO vorstellen, bei dem auch eine zweite Etage denkbar ist. Oder es werden Module einfach ersetzt, zusammengefügt und durch weitere Einheiten ergänzt – beispielsweise Gemeinschaftsräume, Waschküchen und dergleichen. Treppenhäuser und Keller existieren nicht. Eine Wohnung ist zwischen 45 und 60 Quadratmeter groß.

Der Preis pro Quadratmeter beträgt rund 1380 Euro und ist damit offiziellen Angaben zufolge 600 Euro günstiger als konventionell errichtete Wohnfläche. Vermutlich nicht inklusive sind Solarzellen, Batterien und Wärmepumpen. Strom und Wärme werden nämlich direkt vor Ort produziert.

Die oberen Etagen erreichen Menschen über Außen-Treppen. (Foto: Zooey Braun / ah-aktivhaus)
Die oberen Etagen erreichen Menschen über Außen-Treppen. (Foto: Zooey Braun / ah-aktivhaus)

Nicht nur für Flüchtlingsunterkünfte geeignet

Werner Sobekt sieht das Aktivhaus keinesfalls nur als Möglichkeit, kostengünstig Wohnraum für Flüchtlinge zu schaffen. Vielmehr bezeichnet er das Konzept als „Multitalent gegen die Wohnungsnot“. Später können sogar aus Wohnheimen reguläre Ein- und Mehrfamilienhäuser werden. Und: Das Aktivhaus dürfte sich auch für viele andere Zwecke eignen. Bezahlbarer und meiner Meinung nach attraktiver Wohnraum für Studenten und Bedürftige – durchaus auch in Großstädten und dort, wo es an weitläufigen Flächen mangelt.

Die Serie 900 eignet sich für andere Zwecke. (Foto: Zooey Braun / ah-aktivhaus)
Die Serie 900 eignet sich für andere Zwecke. (Foto: Zooey Braun / ah-aktivhaus)

Weitere Details gibt’s auf der offiziellen Webseite. Dort findet sich neben der Serie 700, die beispielsweise für besagte Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde, auch die Serie 900 mit dem gleichen Ansatz, aber größeren Grundflächen und darauf ausgelegt, knappen urbanen Wohnraum effizienter zu nutzen.

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Über Sven

Dass es nicht nur alberne und eigentlich total überflüssige Gadgets gibt, möchte Sven mit GreenGadgets.de beweisen. Denn er ist davon überzeugt, dass auch kleine Ideen, Produkte und „Spielzeuge“ die Menschen bereichern können. Abgesehen davon ist Sven als freiberuflicher Berater und Schreiberling tätig. Mehr über ihn gibt’s auf Wernicke.net.


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