Origami Batterie

Biologischer Stromspeicher besteht aus Papier und Bakterien

4. Januar 2017 • 11:39 Uhr

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Ein Beispiel für die Origami Batterie. (Foto: Binghamton University)

Keine Chemikalien, sondern zum Großteil nachhaltige Materialien – die Origami Batterie lehnt sich an der japanischen Faltkunst an und beeindruckt mit einem neuen Ansatz für einen Stromspeicher der Zukunft.

Zwar ist die Erfindung des Forscherteams der Binghamton Universität in Memphis noch weit von einer Massenproduktion entfernt, doch die neuartige Batterie könnte in allerlei Geräten zum Einsatz kommen. Denn einerseits sind die Produktionskosten mit fünf US-Cent überaus niedrig, andererseits werden als Materialien unter anderem Papier und Wachs verwendet. Somit könnten die Produktion und Entsorgung der Batterien sehr viel umweltfreundlicher ausfallen.

So funktioniert die Batterie aus Papier

Die Papierbatterie besteht auf der einen Seite aus Chromatographie-Papier, das mit Wachs und einem Silbernitratstreifen überzogen ist. Diese funktioniert wie eine Kathode. Die andere Seite wird mit einem leitfähigen Polymer versehen, welche als Anode dient. Indem eine Flüssigkeit mit speziellen Bakterien auf das Papier geträufelt und dieses nach einer bestimmten Form gefaltet wird, erfolgt der Stromfluss.

Ob die Batterie jemals in Produkten Verwendung findet? (Foto: Binghamton University)
Ob die Batterie jemals in Produkten Verwendung findet? (Foto: Binghamton University)

Diese Art Bio-Batterie ist in der aktuellen Form noch sehr limitiert. Mit einer Stromstärke von 105 Mikoampere und einer Leistung von 45 Mikrowatt eignet sie sich höchstens für Biosensoren und andere Mini-Systeme mit einem niedrigen Energiebedarf. Zum Vergleich: Millionen solcher Batterien wären nötig, um eine reguläre 40-Watt-Lampe zum Strahlen zu bringen. Aber dies ist aktuell gar nicht das Einsatzgebiet, das die Wissenschaftler im Visier haben.

Persönlich gefällt mir die Idee, dass irgendwann einmal Batterien auch ganz ohne Chemie und Umweltgifte auskommen könnten, die nicht nur für Glukose-Monitore und dergleichen genutzt werden können. Vor allem die hier eingesetzten Bakterien sollen wohl auch in der Lage sein, beispielsweise aus verschmutztem Wasser Energie zu gewinnen.

Was aus der Origami Batterie wird? Das zeigen die kommenden Jahre. Weitere Einzelheiten finden sich auf der Webseite der Binghamton Universität.

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