Futurecraft Biofabric

Biologisch abbaubarer Schuh aus Spinnenseide

30. November 2016 • 13:23 Uhr

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Sie sehen sogar gut aus, oder? (Foto: Adidas)

Aus Spinnennetzen gefertigte Schuhe – das klingt nicht gerade appetitlich. Aber keine Sorge: Bei Futurecraft Biofabric kommt künstlich erzeugte Spinnenseide zum Einsatz, die in vielerlei Hinsicht praktisch ist.

Fäden und Netze von Spinnen sind für viele Unternehmen und Forscher ein faszinierendes Vorbild. Bis zu 20 Mal stärker als Stahl und zugleich sehr viel dünner als menschliches Haar können sie sein. Und sie sind überaus elastisch, vergleichbar mit Gummi. Das bei München ansässige Unternehmen AMSilk ist darauf spezialisiert, Spinnenseide synthetisch zu erzeugen. Bakterienkulturen produzieren den aus Eiweiß bestehenden Rohstoff, der flexibel verarbeitet und genutzt werden kann, aber die selben oder zumindest vergleichbaren Vorzüge wie die Seide der Krabbeltierchen besitzt. Die Biosteel Fiber genannte Ressource kommt dank Adidas künftig auch bei Sport- bzw. Laufschuhen zum Einsatz.

Bisher nur ein Prototyp

Unter dem Namen Futurecraft Biofabric präsentierten AMSilk und Adidas kürzlich auf der Biofabricate Conference in New York einen Prototypen, der zu 100% aus Biosteel Fiber besteht. Gegenüber herkömmlichen Materialen soll der Schuh 15 Prozent leichter und sehr viel stabiler ausfallen. Doch nicht genug: Vollständig biologisch abbaubar ist der Fußschutz, sollte er einmal entsorgt werden müssen.

Auch die Sohle ist aus Spinnenseide. (Foto: Adidas)
Auch die Sohle ist aus Spinnenseide. (Foto: Adidas)

Kunststoff und beispielsweise aus Erdöl produzierte Stoffe werden für Futurecraft Biofabric nicht benötigt. Schön ist außerdem, dass Adidas und AMSilk bemüht sind, weitere Kleidungsstücke –  unter anderem für die Fitness- oder Outdoor- Bereiche – basierend auf biotechnologischer Spinnenseide zu entwerfen.

Ob Futurecraft Biofabric in dieser Form einmal in den Handel kommt? Das ist nicht unwahrscheinlich. Auch der von Adidas und Parley stammende Schuh aus Plastikmüll wird, wenn noch nicht in großer Stückzahl, verkauft. Das Bestreben, sich zunehmend von der Abhängigkeit fossiler Brennstoffe zu verabschieden und die Umwelt zu schonen – das ist zweifelsohne der richtige Schritt. Und mal ehrlich: Schlecht sehen diese „Botten“ nicht aus, oder? Persönlich bin ich sehr überrascht, dass AMSilk es wohl tatsächlich geschafft hat, Spinnenseide in dieser Form verwenden zu können.

(via & via)

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Über Sven

Dass es nicht nur alberne und eigentlich total überflüssige Gadgets gibt, möchte Sven mit GreenGadgets.de beweisen. Denn er ist davon überzeugt, dass auch kleine Ideen, Produkte und "Spielzeuge" die Menschen bereichern können. Abgesehen davon ist Sven als freiberuflicher Berater und Schreiberling tätig. Mehr über ihn gibt's auf Wernicke.net.


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