Biovessel

Der Biokomposter für die Wohnung

21. September 2016 • 17:55 Uhr

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Ein Komposter wird zum schicken Gegenstand für die Großstadt-Wohnung. (Foto: Bionicraft)

Regenwürmer verwandeln Essensreste in Erde für die eigenen Pflanzen in der Wohnung. Das winzige Ökosystem in Biovessel möchte die Verschwendung von Lebensmitteln senken.

Wer einen eigenen Garten oder ein Grundstück besitzt, kann zumindest einen Teil Biomüll in den Kompost werfen, um so nach einer gewissen Zeit nährstoffreiche Blumenerde zu erhalten. Wohnt ihr allerdings in einer Mietwohnung in der Großstadt, habt ihr diese Möglichkeit in der Regel nicht. Und so wandern Essensreste und Abfälle vom Kochen (Gemüse, Obst, etc.) im besten Fall in der Biotonne. Doch die Entsorgung ist nicht zwangsläufig umweltfreundlich, schließlich erfolgt der Abtransport mit LKWs, die wiederum Diesel benötigen. Wie es besser, effektiver, ökologischer funktionieren kann? Biovessel möchte die passende Lösung sein.

Biovessel besteht aus Holz und recyceltem Polyethylen. (Foto: Bionicraft)
Biovessel besteht aus Holz und recyceltem Polyethylen. (Foto: Bionicraft)

Komposter für die Wohnung

Biovessel bringt den guten, alten Komposthaufen in die eigenen vier Wände – als schickes Objekt, das man in dieser Form vermutlich sogar ins Wohnzimmer stellen kann. Altes Obst und Gemüse werden in den Apparat gefüllt, genauso auch ganz normale Regenwürmer. Und dann gilt es, sich zu gedulden. Innerhalb von rund einer Woche sollen bis zu ein Kilogramm der Abfälle umgewandelt worden sein – dank besagter Würmer und Mikroorganismen. Selbst steuert ihr höchstens etwas Wasser für die Lebeweisen bei. Unangenehme Gerüche sollen nicht entstehen.

Ein Lifestyle-Komposter für die Wohnung. (Foto: Bionicraft)
Ein Lifestyle-Komposter für die Wohnung. (Foto: Bionicraft)

Es ist natürlich fraglich, ob Biovessel nur im Ansatz den real anfallenden Biomüll aufnehmen kann. Platz besitzt das Gerät für sieben Liter, wobei ein Teil schon von Sägespänen für die Würmer und die Tierchen selbst (rund 500-600 Gramm) belegt wird. Zwischen 200 Gramm und ein Kilogramm solltet ihr pro Woche aber nachfüllen können.

Das ist dabei. (Foto: Bionicraft)
Das ist dabei. (Foto: Bionicraft)

Regenwürmer bei der Arbeit beobachten

Durch weitere Öffnungen auf der Oberseite von Biovessel könnt ihr frisch gewonnene Erde entnehmen oder das Treiben der Regenwürmer beobachten. Strom benötigt ihr zu keiner Zeit. Ja, und schick sieht diese Lösung auch aus. Biovessel wirkt wie ein Lifestyle-Produkt für das gute Gewissen. Und das kommt bei Kickstarter auch an. 30.000 US-Dollar wollten die Macher von Bionicraft einnnehmen, das Ziel wurde dank Crowdfunding bereits erreicht.

https://www.kickstarter.com/projects/1576257573/biovessel-an-ecosystem-powered-by-food-waste

Für knapp 160 US-Dollar (zirka 140 Euro) könnt ihr euch ein Exemplar als „Early Bird“ sichern, im Februar 2017 soll mit der Auslieferung des Mini-Komposters begonnen werden. Ich frage mich trotzdem, was Stadtmenschen am Schluss mit so viel Erde anfangen sollen. Für Angler könnte Biovessel wiederum eine reizvolle Regenwurm-Zuchtstation sein. Seht ihr für euch einen Mehrwert – klickt euch zu Kickstarter und unterstützt das Projekt noch einige Zeit. Ansonsten ist die Idee freilich alles andere als neu und kann sogar im Eigenbau realisiert werden. Als Google-Suchwort sei „Wurmbox“ empfohlen. 🙂

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Über Sven

Dass es nicht nur alberne und eigentlich total überflüssige Gadgets gibt, möchte Sven mit GreenGadgets.de beweisen. Denn er ist davon überzeugt, dass auch kleine Ideen, Produkte und „Spielzeuge“ die Menschen bereichern können. Abgesehen davon ist Sven als freiberuflicher Berater und Schreiberling tätig. Mehr über ihn gibt’s auf Wernicke.net.


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5 Kommentare

  1. Gibt es längst in der Regel selbst gebaut in zahlreichen Haushalten in Deutschland ganz ohne Kickstarter mit einer lebendigen „Wurm-Tausch-Community“ und nennt schlicht Wurmkiste.

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    • Ja, mein Bruder hat sowas auch seit Jahren, weil der die Würmer zum Verfüttern verwendet. Was für viele banal erscheinen mag, ist halt für andere was Neues. Anders kann ich mir auch den Erfolg bei Kickstarter nicht erklären. An und für sich ist das aber auch gar nicht schlimm, weil man so alte, gute, sinnvolle Ideen an Menschen bringt, die an so etwas nie gedacht haben…

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