Karmabrush

Nachhaltige Zahnbürste für ein besseres Karma?!

19. Juli 2016 • 12:23 Uhr

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Nachhaltig, aber? (Foto: Karmabrush)

Nachhaltig Zähne putzen. Mit der Karmabrush erhaltet ihr vielleicht bald eine Berliner Bürste aus Bambus und mit nachhaltigen Ansätzen.

5 Euro pro Bürste

Die Karmabrush sagt nicht nur dem Zahnstein, sondern auch der guten, alten Plastikzahnbürste den Kampf an. Als umweltfreundliche Alternative möchte sie den jährlich anfallenden Müll deutlich reduzieren, indem biologisch abbaubare Materialien verwendet werden. In erster Linie besteht das Putzgerät aus Bambus, also aus einem nachwachsenden Rohstoff. Die Bürsten selbst werden aus dem pflanzlich hergestellten Nylon-6 produziert.

Die Schöpfer möchten ihre Idee über Startnext finanzieren. Knapp 4000 Euro sollen so eingenommen werden. Aktuell sind die Initiatoren der Crowdfunding-Kampagne noch recht weit vom Ziel entfernt. Eine Karmabrush könnt ihr euch für 5 Euro sichern, indem ihr euer Geld vorschießt.

Schöne Idee? Nunja…

Versprüht Karmabrush wirklich gutes Karma?

Nachhaltig und fair produzierte Zahnbürsten begrüße ich selbstverständlich. Selbst nutze seit einiger Zeit die konzeptionell identische Hydrophil, die sogar mit 3,90 Euro eine Ecke günstiger ist. Bambus und Nylon kommen auch hier zum Einsatz.

Zum Vergleich: Die Hydrophil. (Foto: Hydrophil)
Zum Vergleich: Die Hydrophil. (Foto: Hydrophil)

In beiden Fällen bin ich nicht ganz glücklich, eben weil auch die vermeintlich nachhaltigen Zahnbürsten mit großer Wahrscheinlichkeit in Müllverbrennungsanlagen landen. Und wieso besitzen Karmabrush und Hydrophil keine wechselbaren Bürsten? Den stabilen Holzgriff könnte ich sehr viel länger als nur drei Monate verwenden. Nylon-6 ist außerdem bedenklich, da sehr schwer biologisch abbaubar. Von Umweltfreundlichkeit bei der Entsorgung kann also nicht die Rede sein. Dass Plastik und Holz zu „100% vegan“ sind, ist sicherlich kein Alleinstellungsmerkmal für eine Zahnbürste.

Woraus besteht die Farbe auf der Verpackung? (Foto: Karmabrush)
Woraus besteht die Farbe auf der Verpackung? (Foto: Karmabrush)

Übrig bleibt für mich ein nicht konsequent durchdachtes Produkt, das es letztlich sogar schon seit längerer Zeit gibt. Immerhin hat Erfinder Josh Wagenbach an eine Variante für Kinder gedacht. Nur wieso tüftelte er 12 Monate an dieser Bürste? Ist mir persönlich ehrlich gesagt ein Rätsel.

Gefällt euch der Ansatz der Karmabrush, dann schaut bei Startnext vorbei. Bis Ende Juli 2016 könnt ihr das Projekt noch unterstützen.

Update: Josh reagierte prompt auf meinen Beitrag, um auch einige Aspekte zu betonen. So ist ihm ein eigenständiges Design sehr wichtig, ferner kommt wohl doch Nylon-4 zum Einsatz. Das wäre in der Tat sehr viel besser, da somit eine Kompostierung der gesamten Zahnbürste möglich ist. Fraglich ist freilich, ob ich damit die Karmabrush in die Biotonne werfen könnte – theoretisch schon.

Löblich: Josh hat wechselbare Bürsten im Hinterkopf, da könnte perspektivisch also noch etwas kommen. Ich hoffe es, denn dann hätte Karmabrush tatsächlich das Potential, besser als ähnlich geartete Konkurrenten zu sein.

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Über Sven

Dass es nicht nur alberne und eigentlich total überflüssige Gadgets gibt, möchte Sven mit GreenGadgets.de beweisen. Denn er ist davon überzeugt, dass auch kleine Ideen, Produkte und „Spielzeuge“ die Menschen bereichern können. Abgesehen davon ist Sven als freiberuflicher Berater und Schreiberling tätig. Mehr über ihn gibt’s auf Wernicke.net.


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